Weitere Geschäftsmodelle mit Ihren Daten Teil 2

Im ersten Teil des Blogs bin ich ja bereits darauf eingegangen, das auch Unternehmen Geschäftsmodelle mit Ihren Daten planen. Wir Verbraucher werden dabei teilweise hinters Licht geführt was da eigentlich an Daten erhoben wird. Ich muss es etwas anders formulieren, der Grund warum Daten erhoben werden ist nicht immer eindeutig. An Beispielen, wird glaube ich deutlich was ich meine.

Aktuell wird diskutiert, das Fahranfänger zukünftig mit einer BlackBox im Auto fahren. Diese zeichnet das Fahrverhalten des Fahranfängers auf. Im Gegenzug wird die Versicherungsprämie günstiger. (billiger, billiger, billiger) Dabei werden Bewegungsprofile erstellt, wann bewegt sich der Fahren von wo nach wo, an welchen Stellen wird langsam gefahren, wo schnell, hält er sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen, etc…. Grundsätzlich eine gute Idee, oder? Was ist im Falle eines Unfalls, sind die aufgezeichneten Daten dann rechtlich verwertbar? Kann ich dann beweisen das mein Unfallgegner zu schnell gefahren ist? Wenn ja, denken wir doch mal weiter, sind die Daten schon mal da und zeitnah auf einen Server übertragen, könnte die Polizei ja auf die Idee kommen entsprechende Strafen automatisch zu verhängen, oder? Sektorüberwachung (Geschwindigkeitskontrolle per Videoüberwachung)  ist lächerlich wenn man diesen Gedanken weiter denkt. (in Memorandum Szene aus MadMax)

Verkehrsplaner haben natürlich auch großes Interesse an diesen Daten, Stichwort intelligent Verkehrsführung. Da steckt sogar eine ganze Menge Geld, wer möchte nicht gerne mit Garantie ohne Stau und auf dem schnellsten Weg an sein Ziel kommen (Arbeit, Termin, etc,) Bin gespannt wie das in Zukunft bezahlt wird. (10 € Ankommen in  10 min, 5 € für Ankommen in 20 min.)

Werbung, wenn ich erkennen kann auf welcher Strecke die meisten Menschen meiner Zielgruppe unterwegs sind kann ich dort gezielt die Werbewände (LED Monitore) mit entsprechender Werbung versorgen. Es bleiben natürlich auch noch viele Fragen offen. Zum Beispiel, wie stelle ich sicher das wirklich der am Steuer sitzt der auf das Auto zugelassen ist? (liest die BlackBox ggf. den RFID Chip auf dem Personalausweis aus? (auch der könnte mir ja gestohlen worden sein) bleibt noch der implantierte Chip)

Zweites Beispiel Fitness Tracker. Da werden aktuell ganz viele Daten gesammelt, und das ganz freiwillig von jedem Benutzer. Ja, ich kann es so einstellen, das niemand meine Daten sieht und das ist auch sehr gut so. Achten Sie wirklich peinlich genau darauf, das solche Daten nicht in falsch Hände gelangen. Nicht umsonst sind solche Daten in Deutschland besonders schützenswert (vgl. SGB x und BDSG) Wer könnte an den Daten Interesse haben? Ganz offensichtlich die Versicherungen, ich glaube es wird nicht mehr lange dauern, bis die erste Versicherer mit Beitragsnachlass wirbt wenn die Health Daten an die Versicherung übertragen werden. Banken, auch diese werden uns ein paar Prozentpunkte beim Kredit nachlassen wenn wir die Daten zur Verfügung stellen und somit das Risiko der Bank minimieren. Pharmaunternehmen, die sind natürlich besonders interessiert, um uns bedarfsgerecht über Ihre Produkte zu informieren. Denken sie wirklich ganz genau darüber nach ob Sie solche Daten erheben wollen. Ich möchte hier nicht auf den Diebstahl der Daten eingehen. Auch hier sind Mobilgeräte, auf den die Daten gespeichert werden nicht als besonders zuverlässig einzustufen.

Jetzt noch eine kleine Anekdote, die ich auf einer Konferenz im Januar 2015 erlebt habe. Es wurde eine Kamera vorgestellt, die das Auditorium aufgenommen hat. Es war eine Gesichtserkennung implementiert die nur auf den Gesichtsausdruck abzielte. Die Software konnte die Stimmung im gesamten Auditorium erkennen und Rückmeldung geben wie die Stimmung ist. (n% gelangweilt, m% fröhlich, o% gestresst, p% ärgerlich) Ganz interessant für den Redner, der während des Vortrags besser auf das Auditorium eingehen konnte. Vielleicht was für unsere Schulen und unsere Universitäten.